top of page

Pioniergeist für nachhaltige Verpflegung: E.ON Gastronomie GmbH im Interview über das neue RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie

  • GEK
  • 28. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

[Düsseldorf, Juli 2026] – Nachhaltigkeit ist in der modernen Gemeinschaftsgastronomie längst vom Trend zum Qualitätsstandard geworden. Doch wie lässt sich echtes, verantwortungsvolles Handeln transparent messen und nach außen belegen? Mit dem neuen RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie (RAL-GZ 119) wurde ein praxisnaher und zugleich kompromisslos unabhängiger Maßstab geschaffen.



Die Entwicklung des neuen Gütezeichens folgte dem bewährten, objektiven und interessenneutralen System der RAL Gütesicherung, für die das RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. verantwortlich ist. Im Rahmen eines öffentlichen Anerkennungsverfahrens wurden die Vergabekriterien unabhängigen und fachkundigen Institutionen – wie etwa der Verbraucherzentrale, Fachhochschulen sowie relevanten Berufsverbänden – zur Stellungnahme vorgelegt. Dieses Verfahren sorgt für maximale Transparenz und stellt sicher, dass die Anforderungen objektiv, rechtssicher und optimal auf die Zielgruppe ausgerichtet sind.


Um eine reibungslose Umsetzbarkeit im Alltag zu gewährleisten, floss während der Entwicklung auch wertvolles Praxiswissen ein: Die E.ON Gastronomie GmbH begleitete den Prozess beratend als Praxispartner. Im Juni 2026 folgte der nächste Meilenstein: Ein Standort der E.ON Gastronomie wurde als Pilotbetrieb erfolgreich mit dem neuen RAL Gütezeichen zertifiziert.


Im Gespräch teilen Michael Kindermann (Geschäftsführer), Michael Britz (Leitung zentrale operative Prozesse) und Mathias Rau (Standortverantwortlicher) ihre Erfahrungen aus der Praxis und beleuchten, warum die Verbindung aus unabhängigen Kriterien und Alltagstauglichkeit den entscheidenden Unterschied macht.


Einblick in die Praxis: Das Interview

Warum das RAL Gütezeichen? Motivation & Haltung

Die E.ON Gastronomie lebt Nachhaltigkeit bereits seit vielen Jahren aus Überzeugung. Für Geschäftsführer Michael Kindermann war die Zertifizierung der logische nächste Schritt:

„Nachhaltigkeit ist seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer DNA. Mit der Zertifizierung möchten wir unser Engagement nicht nur transparent und unabhängig belegen, sondern auch als Branchenpionier Verantwortung übernehmen. Unser Ziel ist es, Impulse für die Gemeinschaftsgastronomie zu setzen und die Branche insgesamt positiv in Richtung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Gastronomie zu beeinflussen.“


Gelebter Alltag: Was Nachhaltigkeit in der Küche bedeutet

Dass Nachhaltigkeit nicht erst auf dem Teller beginnt, sondern im gesamten Arbeitsprozess verankert sein muss, verdeutlicht Standortverantwortlicher Mathias Rau:

„Aus Sicht eines Standortverantwortlichen bedeutet Nachhaltigkeit vor allem, dass wir mit den uns zur Verfügung gestellten Lebensmitteln verantwortungsvoll und fachgerecht umgehen. Dazu gehört eine möglichst genaue Einkaufsplanung, damit wir Lebensmittelverschwendung vermeiden und Ressourcen schonen. Gleichzeitig halten wir uns konsequent an Rezepturen und die Speisenplanung, um den Wareneinsatz optimal zu steuern und Produkte effizient einzusetzen.“


Hinter den Kulissen: Praxisimpulse und regulatorische Anforderungen

Als Praxispartner brachte die E.ON Gastronomie Anwenderexpertise in die Ausarbeitung der Details ein. Michael Britz, Leiter zentrale operative Prozesse, blickt auf den gemeinsamen Entwicklungsprozess zurück:

„Eine der größten Aufgaben bestand darin, gemeinsam mit der Gütegemeinschaft als Vergabestelle einen sehr präzisen und belastbaren Kriterienkatalog zu entwickeln, der nicht nur theoretisch überzeugt, sondern in der Praxis über sämtliche Bereiche der Gastronomie hinweg anwendbar ist – von der Betriebsverpflegung über die Gemeinschaftsgastronomie bis hin zu Einrichtungen im Care-Bereich. In diesem gemeinsamen Prozess galt es, Anforderungen zu finden, die anspruchsvoll genug sind, um echte Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar zu machen, zugleich aber praktikabel und nachvollziehbar bleiben. Unsere Rolle bestand vor allem darin, die Perspektive aus der Praxis einzubringen, während die Gütegemeinschaft den Kriterienkatalog verantwortet und final festlegt.

Eine weitere Herausforderung war die zeitgleiche Entwicklung neuer regulatorischer Rahmenbedingungen, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende EmpCo-Richtlinie der EU. Von Anfang an war es allen Beteiligten wichtig, dass das Gütezeichen und seine Kriterien diesen Entwicklungen Rechnung tragen und langfristig rechtssicher Bestand haben. Das Zertifizierungssystem wurde daher so angelegt, dass es den zunehmenden Anforderungen an Transparenz, Nachweisbarkeit und Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitsaussagen gerecht wird.“


Vertrauen schaffen statt bloßer Versprechen

Auf die Frage, welchen Stellenwert ein solches Prüfzeichen für die Tischgäste hat, betont Michael Kindermann:

„Ein unabhängiges Gütezeichen schafft Vertrauen, weil die Einhaltung der Kriterien regelmäßig überprüft wird. Unsere Gäste können sich darauf verlassen, dass Nachhaltigkeit bei uns nicht nur ein Versprechen ist, sondern nachweislich gelebt wird. Das sorgt für Verständnis, Transparenz und Glaubwürdigkeit.“


Motivation für Küchen- und Serviceteams

Für das Team vor Ort wirkt die Auszeichnung wie ein spürbarer Rückenwind. Mathias Rau beschreibt die Wirkung auf die Belegschaft:

„Die Auszeichnung bestätigt uns, dass wir mit unserem täglichen Handeln auf dem richtigen Weg sind. Für die Mitarbeitenden in Küche und Service ist sie eine Anerkennung ihres Engagements und ihres Einsatzes für mehr Nachhaltigkeit. Gleichzeitig motiviert sie uns, die bestehenden Standards weiterzuentwickeln und Nachhaltigkeit weiterhin aktiv im Arbeitsalltag zu leben.“


Empfehlung an Branchenkolleginnen und -kollegen

Geschäftsführer Michael Kindermann ermutigt andere Betriebe der Gemeinschaftsgastronomie, den Schritt zur Zertifizierung zu wagen:

„Eine Zertifizierung bedeutet Aufwand, sie schafft aber auch echten Mehrwert. Viele Betriebe erfüllen bereits zahlreiche Anforderungen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Mein Rat ist, den Prozess als Chance zu sehen, die eigenen Leistungen sichtbar zu machen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.“


Blick in die Zukunft

Mit der geglückten Pilot-Zertifizierung gibt sich E.ON jedoch keineswegs zufrieden. Die Weiterentwicklung steht bereits fest im Fokus, so Michael Kindermann:

„Für uns ist Nachhaltigkeit ein fortlaufender, nie endender Prozess. Wir wollen unsere Maßnahmen u. a. in den Bereichen Ressourcenschonung mit innovativen Ansätzen, verantwortungsvoller Einkauf (Lieferantenkooperationen) und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung konsequent weiter ausbauen. Gleichzeitig möchten wir unsere Mitarbeitenden und Gäste noch stärker auf diesem Weg mitnehmen.“


Unser Fazit & Ausblick

Das Beispiel der E.ON Gastronomie GmbH verdeutlicht, wie das Zusammenspiel aus dem neutralen Prüfsystem von RAL, der Einbindung unabhängiger Institutionen sowie echter Praxiserfahrung ein Gütezeichen schafft, das höchsten Ansprüchen standhält. Wenn objektiv validierte Kriterien auf gelebten Küchenalltag treffen, entsteht verlässliche Transparenz – für den Betrieb, die Gäste, das Team und die Umwelt.


Als Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V. bedanken wir uns herzlich bei der E.ON Gastronomie GmbH für die wertvollen Impulse im Entwicklungs- und Pilotprozess. Wir freuen uns darauf, weitere Betriebe auf ihrem Weg zum RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie zu begleiten und gemeinsam die Verpflegungskultur von morgen zu gestalten.


Möchten auch Sie Ihren Gastronomiebetrieb zukunftssicher und transparent zertifizieren lassen? Informieren Sie sich hier auf unserer Website über das RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie oder nehmen Sie direkt Kontakt zu unserer Geschäftsstelle auf: gek@gek-ev.de

 
 
bottom of page